Mitten in der Kriminalitätswelle, die Monterrey heimsucht, ist die Natur ein weiteres Opfer von Korruption, Gier und der Untätigkeit der Behörden, die eigentlich für Gerechtigkeit und Ordnung sorgen sollten. Auch wenn der Krieg der Drogenkartellen am heftigsten tobt, ist es eine gute Zeit Geschäfte zu machen. Der Fußballklub Rayados de Monterrey plant sein neues Stadion ausgerechnet auf einer der wenigen grünen Flächen in Monterrey bauen zu lassen. Die Firma Desarrollo Deportivo y Comercial SA de CV, ein Tochterunternehmen vom mächtigen Konzern FEMSA, seinerseits Teilinhaber von Heineken Holding, will das neue Stadion auf einem Grundstück bauen lassen, das wichtig für viele Pflanzen- und Tierarten ist. Besorgte Bürger kämpfen jetzt für die Rettung vom La Pastora Park.
Der Kampf für die Rettung von La Pastora ist in erster Linie ein Kampf für den Erhalt der Natur im Park und für den Erhalt einer der wenigen grünen Flächen in Monterrey. Der Ballungsraum Monterreys zeichnet sich durch den Mangel an Bäumen und durch die Luftverschmutzung durch Mikropartikeln aus. Wir sind davon überzeugt, dass auch alle möglichen Maßnahmen zur Minderung der Umweltbelastung durch das Stadionbauprojekt den Verlust der Natur nicht kompensieren können werden. Der Park ist Lebensraum von gefährdeten Tierarten, die einen Eingriff in ihrer Umgebung, wie der von einem solchen Riesenbauprojekt verursacht wird, sicherlich nicht verkraften werden.
Auf einer anderen Seite, kämpfen wir für den Erhalt von öffentlichen Räumen, die in Monterrey auch eine Rarität sind. Wir können nicht akzeptieren, dass ein Grundstück mit solchen Eigenschaften und Qualitäten wie das in La Pastora, von der Regierung für FEMSAs Geschäftszwecke umsonst für sechzig Jahre geliehen wird. Mit schwachen und korrupten staatlichen Institutionen wie sie in Mexiko und im Bundesstaat Nuevo León zu finden sind, können wir uns vorstellen, was hinter den Kulissen von solchen Abkommen zwischen Regierung und Industrie abgehen kann.
Wir Mexikaner erleben derzeit eine tragische Zeit. Die Kriminalität in Monterrey ist bis zu einem Niveau gestiegen, die wir vorher nie gesehen haben. Es gibt ernstzunehmende Hinweise, dass die Kriminalität durch Korruption von Politikern und Staatsdienern, die aus ganz eigenen Interessen handeln, ermöglicht wird. In diesem Sinne glauben wir, dass auch La Pastora Opfer hiervon ist. Und der Verlust dieser „grünen Lunge“ wird schließlich auch die Menschen in Monterrey schaden. Und das alles für ein privates Geschäft!
Wir kämpfen dafür, dass die Natur in La Pastora erhalten bleibt, und wir kämpfen dafür, dass die Regierung sich auch für die Interesse der Bürger und nicht nur für die Firmen einsetzt.
Die Bauarbeiten werden bald beginnen. Es ist höchste Zeit etwas zu tun, und wir glauben, dass die Rettung von La Pastora noch möglich ist. Bitte helft ihr uns das zu verwirklichen, indem ihr über unseren Kampf weitererzählt. Wir glauben, dass unser Anliegen gerecht ist, und dass wenn wir für La Pastora kämpfen, wir auch für ein besseres Monterrey kämpfen.
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